Wer kennt es nicht… Man sucht zb einen schönen Pullover. Ewig hat man bis jetzt gesucht und nichts gefunden… bis man plötzlich einen findet. Er passt, er ist ganz nett, vielleicht nicht 100 prozent das was man sucht und ein bisschen Unsicherheit versalzt noch die Suppe. ABER DANN.. man blickt auf das Preisschild. Der Pullover ist REDUZIERT! von 50€ auf 20€!!! Sofort ist die Lust nach weiterer Suche wie von zauberhand aus dem Kopf verschwunden. Der Pullover ist perfekt. Alle Zweifel sind weggeblasen, er ist genau das was man sucht und… er ist preisgesenkt. „So ein Angebot finde ich nie wieder“ denkt man sich, während einem dieses kleine Rabattzeichen das Gehirn vernebelt. Also geht man zur Kasse und das Belohnungszentrum im Hirn, wird beim Zahlen des doch so geringen Preises, sofort aktiviert.
„JA, ich habe gerade ein Schnäppchen gemacht, da kann ich mir ja jetzt noch eine Hose kaufen“ – und nun gibt man das Geld wieder aus, was man beim Kaufen des Pullovers gespart hat 😉
Heutzutage geht nichts mehr ohne Sonderangebote, Schnäppchen und Rabatte. Fast an jeder Ecke kann man es sehen, das große Rabattzeichen in Form Eines %. Überall ist zu lesen, dass es Sonderangebote gibt und diese gelten natürlich nur für ganz kurze Zeit. Also sofort zuschlagen, sonst wird man sich noch grün und blau ärgern wenn man dieses unglaubliche und einmalige Angebot nicht genutzt hat.
Es ist eigentlich kaum zu glauben, wie sich dieses Einkaufsverhalten in den letzten Jahren so entwickelt hat. Preisnachlässe sind heutzutage absoluter Standard in der Welt des Handels. Es ist zu beobachten, dass sich die Kunden mittlerweile so an Rabatte und Rabattaktionen gewöhnt haben, dass viele von ihnen nur dann kaufen, wenn es ein Sonderangebot gibt. Wenn nicht, wird lieber auf die Ware verzichtet, denn es scheint wesentlich schlimmer zu sein, das begehrte Objekt gar nicht zu kaufen, als es zu kaufen und dann festzustellen, dass es das gute Stück, vielleicht woanders noch billger gibt oder es ein paar Wochen später einen Preisnachlass darauf gibt.
Aber so ein Verhalten ist auch kein Wunder. Inzwischen darf ja jeder Händler Rabatte machen, wie er möchte. Vor vielen Jahren gab es 2 Mal im Jahr einen Schlussverkauf und die Kunden wussten,dass sie nur in diesem Zeitraum preisgesenkte Ware erhalten und konnten sich dementsprechend auch daran orientieren. Und sie wussten, dass sie zu anderen Zeitpunkten kein großes Sonderangebot verpassen würden.
Es herrscht ja mittlerweile ein regelrechter Schnäppchenkrieg zwischen den Händlern, so dass der Kunde völlig verwirrt wird und gar nicht mehr weiss wo er kaufen soll und wo es das günstigste Angebot gibt, so dass er manchmal lieber gar nichts kauft, anstatt etwas falsch zu machen. Und genau DAS, ist ja nicht das eigentliche Ziel eines solchen Angebotes. Und es nimmt ernorm viel Zeit in Anspruch überall die Preise zu vergleichen.
Natürlich bringen Rabattaktionen den Vorteil, dass die Ware raus geht und der Händler auch den Umsatz steigert. Doch oft ist es so, wenn eine solche Aktion vorbei ist, bricht dann der Umsatz ein.
Doch natürlich ist nicht jede Rabattaktion kontraproduktiv.
Lagerabverkäufe zum Beispiel sind gute Maßnahmen um Ware abzuverkaufen, die raus muss und die Kunden können sich danach nicht ärgern, denn die Ware ist dann sowieso ausverkauft.
Oder auch kostenlose Zugaben, ab einem bestimmten Einkaufswert beispielsweise, sind gute Anregungen zum kaufen, vorallem wenn dem Kunde noch vor Augen gehalten wird, was er dabei sparen kann.
Übrigens würde ich gern mal ausprobieren, wie dieser Werbeslogan in unserem Geschäft funktioniert:
„Kaufen sie HEUTE ein Paar Schuhe und sie erhalten den Linken Schuh gratis dazu“
Ich glaube sogar einige würden darauf anspringen, nur wegen dem kleinen, unscheinbaren Wort:
GRATIS
🙂