Kommen wir zur Welt der Damen. Sie ist nicht ganz so unkompliziert wie die, des Herren, was das Einkaufen betrifft.
In einem Bericht der Zeitschrift Fit for Fun, habe ich neulich gelesen, dass Shoppen, Frauen glücklich macht. Keine Überraschung, ich weiss.
Sogar 24% der befragten Frauen gehen shoppen, nur wegen dem Glücksgefühl beim Einkaufen.
Von diesem Glücksgefühl ist allerdings im realen Leben nicht sehr oft etwas zu spüren, wenn Frauen zu uns einkaufen gehen.
Freundliche Gesichter sind sehr oft Mangelware, den (Shopping-) Frust kann man schon riechen, wenn sie hereinkommt und die Unentschlossenheit klebt ihr wie ein großer, fetter Stempel auf der Stirn.
Unentschlossenheit…. das ist eigentlich das größte Problem der Frauen. Das was jeder schon vom Privatleben kennt bei einer Frau, überträgt sich auch oft beim Einkaufen. Ich weiss es ja selbst, bin ja eine Frau 🙂
Doch so massive Unentschlossenheitsprobleme, wie einige der Kundinnen, die ich erlebt habe, kenne ich von mir nicht.
Oftmals kommt die Dame ins Geschäft herein, wirft mit ziellosen Blicken um sich, nimmt wahllos ein paar Schuhe in die Hand, um sie 3 sekunden später, mit verachtetem Blick wieder in Regal zu klatschen. Und wenn man als Verkäufer(in) Pech hat, kommt sie auf einen zu und verlangt Hilfe.
Jetzt kommt die große Herausforderung. „Ich suche einen Schuh für Rock und Hose, nicht zu hoch, ganz bequem muss er sein, aber er soll schick aussehen und natürlich nicht zu teuer sein. Am besten aber mit Fußbett und weichem Leder, weil ich doch solche Frostbeulen an den Füßen habe. Aber keinen Oma-Schuh bitte“
??????????????????? BITTE WAS?????????????????
Viele Fragezeichen machen sich nun im Hirn der Verkäuferin breit, während man in das verzweifelte Gesicht der Kundin schaut.
Jetzt fängt man an mit der Kundin durch die komplette Damenabteilung zu stürzen, denn viel Zeit hat sie natürlich auch nicht, das ist klar.
Die Verkäuferin zeigt ihr alles mögliche. Von hohem über mittelhohen bis niedrigen Absatz, von hellen bis mittelhellen bis dunklen Farben, von weichen über mittelweichen bis etwas härterem Leder, von glatten bis mittelglatten bis rauhem Leder, von glatten über halbglatten bis gummierten Sohlen, mit Plateu und ohne Plateu, von Pumps über Sandaletten, über Schnürschuhe, Slipper, Stiefeletten bis hin zum Stiefel…..
….ALLES hat man der Kundin nun gezeigt. Und was macht Diese, während man sich gerade die Schweißperlen vom Rennen abwischt? Sie sagt „das ist alles irgendwie nichts für mich. Ich muss nochmal drüber nachdenken. ich komme ein ander Mal wieder“……und weg ist sie.
Ratlos steht man als Verkäuferin nun da. Man hat der Kundin ungefähr 264 verschiedene Modelle gezeigt und nicht ein einziges hat ihr gefallen.
Doch viel zeit zum nachdenken hat man nicht, denn schon steht ein noch unentschlossener Typ Frau vor einem. Ihr denkt das geht nicht? OOOOOOHHHHH DOCH…
Diese Kundin weiß gar nicht was sie sucht. Sie spricht die Mitarbeiterin mit den Worten “ ich suche einen Schuh, aber ich weiss überhaupt nicht was ich will. Vielleicht können Sie mir ja helfen“, an.
OH GOTT…in Gedanken schlägt spätestens jetzt die Mitarbeiterin die Hände über dem Kopf zusammen und möchte am liebsten schreiend rausrennen….Leider ist dies aber nun mal nicht möglich.
Also neue Taktik. Um nicht wieder sinnlos durch den ganzen Laden zu laufen, beginnt jetzt eine typische FBI-ähnliche Befragung seitens der Verkäuferin.
– Welche Farbe soll der Schuh haben?
– ein offner oder geschlossener Schuh?
– zum Schnüren oder ohne?
– mit Absatz oder ohne?
– zu welchen Anlässen soll der Schuh getragen werden?
– oder sollen es doch karierte Maiglöckchen sein?
Fragen über Fragen, die die Kunden meist mit einem Schulterzucken oder völlig überfordertem Gesicht beantwortet.
Vielleicht sucht sie eigentlich einen Kochtopf und hat sich nur im Geschäft geirrt…….
In solchen Fällen ist es besser, die Kundin allein durch den Laden schauen zu lassen.
Wenn die Frau nun, nach längerer oder kurzer Zeit, etwas gefunden hat, was sie probieren möchte, wird es leider nicht weniger kompliziert.
Zwischen ein und 37 Paar Schuhe, möchte sie jetzt probieren, läuft immer wieder hin und her, zum Spiegel hin und zurück, dreht sich um und schaut sich von hinten an, dann wieder von vorn. Zieht die Schuh aus, dann wieder an, macht Bilder mit dem Handy und verschickt sie, ruft ihre Freundin/oder Freund an, läuft nochmal zum Spiegel während sie am Telefon eine undeutliche Beschreibung der Schuhe macht…..und alles nochmal von vorn.
In dieser Zeit hätte man Zuhause schon lange gestaubsaugt, gewischt, abgewaschen, wäsche gewaschen und aufgehangen, das Bad geputzt und Wäsche gebügelt….jedenfalls fühlt es sich so an 😉
Eine erfahrene Verkäuferin nimmt nun auch erstmal Abstand von der Kundin, weil sie weiß, wenn sie jetzt reinquatscht, hat sie verloren.
Ein anderes, ähnliches Phänomen ist, wenn die Frau beim Schuhe probieren wahnsinnig begeistert ist, alles passt und ist bequem. Der Schuh passt genau zu dem, was sie sich vorstellt und alles ist perfekt. Die Kundin freut sich wie ein kleines Vorschulkind, was gerade ein Smarties auf dem Boden gefunden hat.
Die Verkäuferin packt den Schuhkarton an, ist in Gedanken schon an der Kasse und zieht Ihre Karte durch das Kartenlesegerät und verabschiedet die Kundin. Sie ist mit den Gedanken nun schon ganz in Ihrer Mittagspause, in der sie genüßlich in ihr Sandwich beißt…..
…und da kommt sie. Man spürt plötzlich eine harte Faust im Gesicht, auf einmal ist man wieder hellwach und starrt in das (UN-)entschlossene Gesicht der Kundin, während ihr die Worte über Lippen kommen “ Vielen Dank für Ihre Hilfe, aber ich bin mir noch nicht sicher. Ich schaue nochmal woanders“
WIE BITTE???
Und nun fängt der Shoppingmarathon wieder von vorn an. Sie wird wieder in unendlich viele Geschäfte gehen, viele Modelle probieren und noch unsicherer werden, weil sie nun alle 52 probierten Paar Schuhe miteinander vergleicht.
Ich frage mich da wirklich, liebe Damen: Wieso macht ihr euch das Leben so schwer??? Wenn ihr euch einfach mal entscheiden würdet, dann wärt ihr auch nicht mehr so frustriert, dann wären die Verkäufer/innen auch glücklicher, und die Familien der Verkäufer/innen wären auch zufriedender!
Ihr könntet damit die Welt verändern. Zumindest einen kleinen Teil der Welt….. 🙂
Aber zum Glück gibt es ja bei jeder Regel auch Außnahmen. Man mag es kaum glauben, aber es gibt auch wirklich noch Frauen, die kommen zielstrebig zur Verkäuferin, weil sie sich schon entschieden haben. Sie brauchen bloß noch den zweiten Schuh dazu, sie brauchen ihn nicht nochmal probieren, sie möchten sofort zur Kasse und dazu brauchen sie auch noch ein Spray zum Imprägnieren…
Am liebsten möchste man die Kundin jetzt fest umarmen und mit ihr über eine grüne Wiese laufen und Blumen pflücken, aus dem wir uns dann ein Freundschaftsbändchen basteln. DANKE, du hast meinen Tag gerettet.
Und in solchen Momenten, schöpft eine Verkäuferin wieder Hoffnung, dass doch noch alles besser wird…. 🙂